Mal wieder zu Fuss unterwegs

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Wir sind mal wieder zu Fuss unterwegs: Reizung des Fesselträgers. Naja, wenns weiter nichts ist … Im neuen Stall gibt es so viel Heu, dass ich schon Bescheid sagen musste, sie sollen ihr nicht mehr ganz soviel geben, ohne ordentlich Arbeit hat sie in der letzten Woche schon ein Bäuchlein bekommen.

Sitzschulung bei Sibylle Wiemer


Vor lauter Umzug-Stress habe ich ganz vergessen von einer der besten Reitstunden zu berichten, die ich je hatte: Sitzschulung bei Sibylle Wiemer. Im Rahmen einer Trainer-Fortbildung hatte ich das Vergnügen zwei Tage lang bei ihr lernen zu dürfen.

Sibylle verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, ihr sind Pferde wie Reiter wichtig. Sie hat diverse Trainerscheine, was mich aber vor allem neugierig gemacht hat war ihre Arbeit mit Eckart Meyers.

Ich habe als Kind in den 80/90ern angefangen zu reiten und als ich dann später als Erwachsener wieder aufs Pferd gestiegen bin, war ich erst mal erleichtert: ok, ist doch wie Fahrradfahren, nicht viel verlernt, alles passt.
Je länger ich mich dann aber mit den neuen Erkenntnissen der Reiterei (egal ob Western oder Englisch) beschäftigt habe, desto erschreckender war die Erkenntnis: sehr viel mehr als mich auf dem Pferd einigermassen zu halten haben mir meine Lehrer damals nicht beigebracht. Bald habe ich erkannt, dass viele meiner Probleme zwei Ursachen haben: mein Sitz und meine Angst vom Pferd zu fallen.

Mit Sibylle Wiemer habe ich jemanden gefunden, der sich mit beidem gut auskennt. Also habe ich mich bei der Trainerfortbildung als „Testkandidat“ gemeldet. Jetzt müsst ihr wissen, dass wir uns bei diesen Fortbildungen alle mehr oder weniger kennen und schätzen. Trotzdem geht es ja auch um den Austausch, man wird also nicht nur von Mike oder in diesem Fall Sibylle beurteilt, sondern mehr oder weniger von allen und das nicht so, dass man es nicht mitbekommt, sondern höchst öffentlich.
Egal, dachte ich mir, wird mich schon nicht umbringen. Hat es auch nicht, obwohl ich in manchen Momenten kurz davor war abzusteigen …

Es ging ganz entspannt los, nämlich am Boden: aufwärmen! Jeder Sportler wärmt sich auf, nur Reiter tun das nie! Bei Sibylle muss man sich erst mal aufwärmen: Hopserlauf, Arme kreisen, am zweiten Tag haben wir morgens sogar Bauchtanz gemacht! Es war sehr ungewohnt aber Ihr könnt Euch vorstellen: aufgewärmt sitzt es sich gleich viel geschmeidiger auf dem Pferd.
Die Aufwärmphase fürs Pferd (mind. 15 Minuten Schritt) wird dann für weitere Übungen im Sattel genutzt: Beine ohne Steigbügel vor und zurück schwingen, wieder Arme kreisen (Handgelenk, Ellenbogen und Schultergelenk), Oberkörper drehen etc. zur Sicherheit kann ein Helfer mitlaufen und das Pferd führen. Der Effekt war phänomenal, wir alle saßen wach und geschmeidig auf den Pferden.
Und dann ging es richtig los: egal ob mit speziellen Übungen, Hilfsmitteln oder sehr klaren Bildern wurde jeder von uns einzeln solange korrigiert und angefeuert, bis wir alle eine deutliche Verbesserung in den Bewegungen des Pferdes feststellen können.
Dabei mussten wir immer wieder absteigen und spezielle Übungen am Boden machen, bekamen Bälle unter Oberschenkel, Hintern oder Knie geschoben, ich wurde aufgefordert mich auf das Pferd zu setzen wie „der Penner vorm Karstadt“. Der Effekt war verblüffend: Ich saß auf einmal gerade auf dem Pferd (vorher hatte ich immer ein Hohlkreuz gemacht, was meine Hüfte total blockiert hatte). So konnte ich also viel besser mit der Hüfte mitschwingen, und mein Pony lief auf einmal frei und zügig durch die Bahn.

Seitdem sitze ich wie der „Penner vorm Karstadt“ auf dem Pferd, wärme mich immer öfter auf (manchmal vergesse ich es noch) und mache Übungen um mich geschmeidig zu halten. Der Effekt: ein besser laufendes Pferd und ein enormer Fortschritt für mich als Reiterin. Danke Sibylle!

Neuer Stall und viel ausprobiert

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Ich hoffe ihr hattet bisher einen schönen Sommer, wir sind mal wieder umgezogen. Der Stall in dem wir nach der OP standen war zwar super aber mal wieder so weit draussen, dass ich mehr Zeit auf der Strasse als beim Pferd verbracht habe und das war auf Dauer einfach nichts.
Lily hat sich super von der Sprunggelenks-Verletzung erholt, sie läuft gut und die Hufe sind auch in Ordnung. Allerdings müssen wir zum Ausreiten immer noch Hufschuhe tragen, sonst läuft sie doch sehr fühlig.
Tierarzt, Osteopathin und Hufpfleger (immer noch Detlev) sind sehr zufrieden und ich natürlich auch.
Während der Reha-Zeit haben wir wieder regelmässig Equikinetic gemacht und unterm Sattel dann viel Gymnastizierung, Seitengänge und Tempi-Wechsel. Ich selbst habe auch nicht gerostet: einmal in der Woche fahre ich jetzt nach Schlüsselfeld und nehme Unterricht bei Anna Gürlich. Das ist gut für mich und auch für Lily.
Ausserdem waren wir gemeinsam auf dem „Reiterhof am Waldrand“ bei Regina Fuchsberger, das war Urlaub für Mensch und Pferd und wir haben viele tolle neue Dinge ausprobiert: ohne Sattel, mit Halsring und Bosal, Verladetraining (war eigentlich nicht nötig aber jetzt geht Lily allein rein und ich kann entspannt hinten zu machen) und viele schöne Stunden auf dem Pferd oder einfach nur sitzen und Zuschauen.
Ich freue mich auf den Rest des Sommers!
Bis bald.

Lange nichts mehr gehört …

Kurzmitteilung

Ums kurz zu machen: mit Lily Hufen ist alles in Ordnung! Wir hatten inzwischen leider ein anderes Problem: durch einen Tritt hatte sie eine Fraktur im Sprunggelenk, musste mehrfach operiert werden und es war lange nicht klar ob sie die Verletzung überhaupt überlebt.
Inzwischen geht es ihr wieder sehr gut, seit letzter Woche trabt sie kleine Strecken an der Hand und man merkt, dass ihr die „Untätigkeit“ langsam auf die Nerven geht.
Leider gehört mit dieser Verletzung auch das schöne Leben im Offenstall der Vergangenheit an, wir sind nach der Klinik in einen Stall mit Boxen/Weidenhaltung gewechselt, da Lily vorerst alleine stehen muss.
Durch die reduzierte Bewegung hat sich das Hufwachstum verlangsamt, während des Klinikaufenthalts und die Zeit danach hatten wir sogar eine Bearbeitungspause von 12 Wochen. Letzte Woche hat Detlev das erste Mal nach der OP die Hufe gemacht und es war alles gut. Vorne links ist der Strahl ein bisschen zerfleddert aber darunter wächst schon ein neuer nach.
Im neuen Stall gibt es viel Sandboden: der Platz, die Halle und auch die Paddocks sind mit Sand gefüllt, die Wege drum herum sind hauptsächlich Schotterwege, was Lily aber überhaupt keine Probleme zu bereiten scheint. Mal sehen, wie sich das entwickelt, wenn wir im Frühjahr wieder ans Reiten denken können.

„Die Sohle brennt“

Fast ein Jahr haben wir es geschafft ohne größere Zwischenfälle zu überstehen. Lily ist definitiv zufriedener seit sie im Offenstall und der Herde ist und das Abnehmen der Eisen hat bewirkt, dass sie ausbalancierter und dadurch sicherer geworden ist. Letzteres haben wir natürlich auch der konsequenten Arbeit und dem Training in der Equikinetic zu verdanken.
Aber es wäre ja ein Wunder, wenn alles immer nur glatt laufen würde. Sei ca. 2 Wochen zeigt sie ein verändertes Gangbild im Trab. Das erste Mal ist es mir aufgefallen, als wir eine Einheit Equikinetic (inzwischen Stufe 5) angegangen sind. Im Trab auf der linken Hand trat sie etwas kürzer als sonst, was sich in den letzten zwei Wochen immer mehr verschlechterte.
Nachdem weder Physio noch Tierarzt etwas fanden (vom Tierarzt kam bloss der Kommentar: „Naja, der brennen halt die Sohlen und zwar an allen Füssen, die braucht Schuhe!“), hatte ich den Verdacht, es ist vielleicht etwas mit den Muskeln.
Meine Freundin Dorit, die eine Geitner-Trainerin Stufe II ist, kam mit ihrem Neurostim vorbei – einem Gerät das bei Muskelverspannungen oder Verletzungen gute Ergebnisse erzielt – und hat Lily damit behandelt. Sie konnte damit zwar viele Verspannungen lösen, leider blieb aber der erhoffte Erfolg bzgl. der Taktunreinheit aus.

Also rief ich meine Huf-Hotline Detlev an, der sofort kommen konnte, da er gerade in der Nähe war. Diagnose: vermutlich ein weiteres Hufabzess, der an der Innenseite unter dem Strahl liegt. Therapie: abwarten und Myristica C30 einmal am Tag ca. 3 Globuli. Das Myristica hilft dem Geschwür zu reifen und dann sucht es sich hoffentlich seinen Weg nach draussen. Ausserdem haben wir ja eh in zwei Wochen einen Termin, dann kann er nochmal schauen.

Auf dem Foto unten sieht man schön, wie sie mit dem hinteren Bein zuerst aufkommt. Sie fusst dabei zuerst mit der äusseren Zehe auf, was man sogar hört, wenn man sie führt und auf den Rhythmus achtet. Das Geräusch ist ähnlich einem Schlurfen.

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Der Strahl ist wieder da!

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Im letzten Beitrag habe ich berichtet, dass Lily’s Strahl nicht mehr getragen hat, Gott sei Dank hat sich das in den letzten Wochen gelegt. Ich habe nach einiger Recherche herausgefunden, dass das wohl ein allgemein bekanntes Phänomen ist, dass sich der Strahl im Frühjahr etwas zurückbildet. Warum konnte mir bisher allerdings noch niemand wirklich schlüssig erklären. Ich werde weiter forschen.
Eine weitere tolle Nachricht ist, dass Lily eine halbe Hufschuh-Grösse zugelegt hat, wir werden also auf Easyboot Glove Backcountry Grösse 1 umsteigen. Die Einlage für die neuen Hufschuhe wird allerdings so angepasst, dass nicht nur der Strahl unterstützt wird, sondern der gesamte Trachtenbereich. Das kommt daher, dass sie immer noch beim gehen „schnackelt“.
Ansonsten hat sie etwas Probleme mit dem Fellwechsel und bekommt jetzt zusätzlich Selen und eine Gladiator Plus Kur. Dafür habe ich das Kraft- und Rauhfutter etwas reduziert, da sie jetzt täglich wieder ein bisschen auf die Koppel darf und ein kleines Grasbäuchlein bekommen hat – von Bikini-Figur konnte man das nicht mehr sprechen.
Ich bin gespannt wie es mit den neuen Hufschuhen läuft.

Hufvergleich November/April

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So, es ist mal wieder Zeit für einen Hufvergleich. Lily geht es weiterhin blendend, sie läuft super, hat dank Equikinetic wieder prächtige Muckis und ist total zufrieden in ihrer neuen Herde. Futtertechnisch haben wir auch nochmal umgestellt, sie bekommt jetzt mehr Rauhfutter (Grünhafer gemischt mit Kraftfutter und zusätzlich Mineralien).

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Bei den Hufen ist in letzter Zeit zu beobachten, dass die Vorderhufe in einem steileren Winkel nachwachsen. Momentan macht mir allerdings der Strah ein bisschen Sorgen, er sieht leicht verkümmert aus und kommt definitiv nicht zum Tragen. Ich werde dazu nächste Woche mal Detlev befragen, wenn er wieder kommt.

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Die Hinterhufe haben sich kaum verändert, auch hier sieht man eine leichte Veränderung im Strahlkissen, was ich aber noch nicht bemerkenswert finde. bei genauem Hinsehen, sieht man die kleine Spalte unterhalb des hinteren Kronrandes, die das Hufgeschwür verursacht hat.
Ach ja und dann sieht man auf den Fotos natürlich ein bisschen den Unterschied Boxenpferd – Offenstall, Lily ist eindeutig zotteliger geworden 😀

Trainer für Dualaktivierung und Equikinetic

Kurzmitteilung

IMG_3531Seit 2011 arbeiten Lily und ich nun mit den Trainingsmethoden von Michael Geitner und haben damit etwas gefunden, dass uns durch fit und gut trainiert sogar durch schwierigste, krankheitsbedingte Phasen gebracht hat. Deswegen habe ich den Entschluss gefasst mich bei ihm zum Trainer ausbilden zu lassen um diese Möglichkeit vielen anderen Pferd-Mensch-Paaren zu eröffnen.

Alles Paletti!

IMG_3462Seit dem Hufgeschwür ist ein Monat vergangen. Lily läuft super, der spitze Schotter auf den Wegen um den Stall macht ihr beim Reiten zwar noch zu schaffen aber ihre Hufe sind auch noch nicht komplett durchgewachsen, ausserdem hab ich ja meine Hufschuhe.

Alles in allem fühlt sie sich einfach sauwohl.

Mauke, Nesselsucht und Hufgeschwür

Seit wir im Dezember umgezogen sind, ist einiges passiert: der Stress durch den Umzug hat Lily erst abmagern lassen, dann hat sie Mauke bekommen, anschließend einen Ausschlag und zu guter letzt ein Hufgeschwür. Aber jetzt mal der Reihe nach.

Umzug in eine neue Herde und ein Stallwechsels bedeuten Stress. Zusätzlich mussten wir ja auch das Futter umstellen, weil wir im neuen Stall unser Futter selbst kaufen müssen. Ich habe mich zwar lange vorher schon schlau gemacht aber es blieb natürlich nicht aus, dass es ein paar Übergangsschwierigkeiten gab. Den Anfang machen vier angelaufene Fesseln, die wir aber mit etwas Bewegung und einem erneuten Wechsel vom Kraftfutter schnell wieder unter Kontrolle bekamen.

IMG_3359 Nach Weihnachten, also drei Wochen nach unserem Umzug, rief mich dann Julia, meine Reitbeteiligung an und meinte: Lily hat Mauke. Oh weh! Nach einiger Recherche im Bekanntenkreis und im www bin ich dann auf folgenden Artikel von Natural Horsecare gestossen:
http://www.natural-horse-care.com/pferdekrankheiten/mauke-pferde-behandeln/
Der Satz, der mir am meisten zu denken gegeben hat ist folgender: „Das Immunsystem des Pferdes stellt sich erst langsam individuell auf die Standortsituation ein. Bei plötzlichen Veränderungen und neuen Keimen kann nur ein intaktes und gut funktionierendes Immunsystem Antikörper entwickeln. In vielen Fällen sind die Pferde nicht mehr in der Lage die notwendigen Keime schnell abzuwehren. Die Haut als größtes Organ wird daher sehr anfällig für äußere Angriffe.“
Klar, durch den Stallwechsel und den Stress war Lilys Immunsystem dermassen geschwächt, dass sie die Keime nicht mehr abwehren konnte. Am Matsch konnte es nicht liegen, sie stand ja schon immer im Winter auf einem Matsch-Paddock.
Ich habe also zwei Dinge getan:
1. angefangen mit Kristallkraft zu entgiften
2. die akuten Stellen mit kolloidalem Silber desinfiziert und mit Honig aus der Apotheke behandelt, allerdings nur einmal die Woche
Und siehe da, nach vier Wochen war die Mauke verheilt und die Härchen sprossen wieder.

IMG_3385Das Kristallkraft hatte allerdings einige interessante Effekte. Eines Tages kam ich in den Stall und stellte fest, dass sie von oben bis unten mit großflächigen Quaddeln bedeckt war. Eigentlich sollte so etwas nicht vorkommen, da Lily aber schon mehrfach unter Vollnarkose war kann es natürlich sein, dass sich da einiges angesammelt hat was jetzt rauskam.

Und dann kam das dicke Bein … Fesselgelenk bis rauf zum Sprunggelenk hinten links dick geschwollen und hochgradig lahm. Bei genauerem Hinsehen, merkte ich, dass das Gewebe besonders an der Aussenseite des Hufes oberhalb des Kronrandes geschwollen war. Also Tierarzt geholt.

Der stellte Gott sei Dank fest, dass die Sehne klar war, machte aber einen Umschlag und gab ihr Antibiotika. Seine Vermutung war eine Phlegmone durch die letzten Reste der Mauke. Am darauffolgenden Tag war das Bein merklich schlanker und Lily belastete es wenigstens wieder ein bisschen. Noch einen Tag später war sie nicht mehr lahm, der Hufballen aber immer noch geschwollen und sah irgendwie wund aus. Als der Tierarzt nochmal kam, zeigte ich ihm die Stelle, er meinte aber es hätte nichts zu bedeuten, wäre von der Mauke. Irgendwie wollte ich ihm das aber nicht glauben.

Am nächsten Tag kam dann Detlev, dem erzählte ich das Drama natürlich und er stellte nach kurzer Untersuchung fest: eindeutig ein Hufgeschwür, das nach oben gewandert und aufgegangen war. Bei so etwas läuft das Bein gerne mal auch oberhalb des Fesselgelenkes an, meinte er. Den Tierarzt hätte ich mir sparen können, das wäre auch so wieder weggegangen. Na super, dachte ich mir, wieder was gelernt: Entgiften ist gut, kann aber vorübergehend zu Irritationen führen.