Dr. Robert Bowker

Kurzmitteilung

Ich habe hier einen interessanten blog aus den USA gefunden, der unter anderem ein Interview mit Dr. Robert Bowker enthält:

http://thenaturallyhealthyhorse.com/natural-trimming/?subscribe=success#blog_subscription-6

„Navicular Disease“ schreibt er wird vor allem durch Vibrationen hervorgerufen, die vom Gewebe nicht abgefedert werden können. Ausserdem wird bei beschlagenen Pferden zusätzlich die Blutzirkulation im Huf verschlechtert, was dann irgendwann zur Schädigung des Knochens führt.

Auf jeden Fall ein interessanter Spezialist von dem ich etwas mehr Infos ausgraben werde!

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… und doch wieder die Hufrolle

img_8023Erst dachten wir ja es handelt sich nur um eine Fesselträger-Entzündung – wäre ja auch schlimm genug gewesen; nach diversen Arztbesuchen, Leitungsanästhesie und Röntgenbefund muss ich Euch leider berichten, dass es doch wieder die Hufrolle ist, die Probleme macht. Diesmal allerdings der linke Fuss.

Nach eingehender Beratung hat Lily Cortison ins Gelenk bekommen um die akute Gelenkentzündung zu behandeln und wir gehen wir gerade wieder die dritte von vier Wochen spazieren im Schritt. Lange Spaziergänge dürfen es ruhig sein und ich ziehe ihr nun immer die Hufschuhe an, damit sie locker über die Schotterwege kommt.

Ausserdem ist sie auf Diät gesetzt, sie hatte im neuen Stall etwas zugelegt, was die Gelenke natürlich noch mehr belastet.

Inzwischen hat selbst die Tierärztin gesagt, es macht vor dem Winter keinen Sinn sie zu beschlagen. Wir bearbeiten die Hufe also so, dass der Abrollpunkt weiter nach hinten gelegt wird und haben die Bearbeitungsintervalle von 6 Wochen auf vier verkürzt.
Über den Winter werde ich mir dann überlegen, ob ich es im Sommer mal mit einer Alternative für Hufschuhe versuche, die auch auf der Weide für mehr Entlastung sorgt. Was auffällt ist nämlich, dass sie immer noch sehr fühlig geht.

collage_1Ach ja, und dann habe ich noch – wieder zur Entlastung der Gelenke – Stallmatten in die Box gelegt. Ich habe mich für die Stallmatte
DANI von allstores24 entschieden.
Sie haben sich sehr einfach verlegen lassen und hatten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

In den nächsten Wochen werden wir wieder anfangen kleine Strecken an der Hand zu traben und das Equikinetk-Programm im Schritt dazunehmen. Ausserdem habe die Fortbildung zum Equiplace Trainer gemacht und werde das mit Lily jetzt ausprobieren. Langweilig wird uns also nicht, leider darf ich mal wieder nicht reiten – ich bin zu schwer
😛

Hufvergleich April/Juli

In meinem letzten Beitrag musste ich ja leider von einem weiteren Hufabzess berichten, dieser Verdacht hat sich inzwischen bestätigt. Der Abszess ist unbemerkt aufgegangen, Lily ist zwar noch ein bisschen empfindlich aber wir können wieder ganz normal arbeiten.
An viel Arbeit ist allerdings zur Zeit nicht zu denken, bei Temperaturen um 40 Grad in und um Nürnberg, lasse ich sie weitestgehend Pony sein und gönne uns ab und zu eine kühle Dusche.
Letzte Woche war Detlev da und hat die Hufe neu bearbeitet. Da das „Schnackeln“ immer noch nicht ganz weg ist, hat er Lily Einlagen verpasst. Diese sind aus einem zwei-Komponenten Kunststoff (wie Knete, die dann hart wie Gummi wird) und an ihren Huf angepasst. Die Einlagen werden auf die Sohle, bzw. hauptsächlich den Bereich der Ballen und des Strahls gesetzt und dann wird der Hufschuh darüber gezogen. Das machen wir jetzt immer, wenn wir arbeiten, also auch auf dem Platz, zur Equikinetic etc.

Lily Hufe Vergleich 04_07 Lily Hufe Vergleich 04_072Auf dem unteren Bild vom Hinterhuf sieht man gut wo der Hufabzess aufgegangen ist. Oben wiederum sieht man wieder einmal eine Veränderung im Winkel, ausserdem kann man erahnen, dass der Huf breiter geworden ist.

Umgezogen

Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken den nächsten Schritt in Richtung artgerechte Pferdehaltung zu tun. Allerdings wollte ich nicht nur eine bessere Lösung für Lily finden, sondern auch meine Situation verbessern. Ich suchte also nach einem Offenstall, der von mir zu Hause unter einer halben Stunde erreichbar ist. Nach längerer Suche würde ich fündig: eine kleine Paddock Trail Anlage mit nur 10 Pferde, 10 Minuten von mir zu Hause und sogar direkt auf dem Weg in die Arbeit.

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Am 13. Dezember sind wir nun also umgezogen. Nach einer Woche würde ihr sogar ihre Eingewöhnungs“Box“ zu eng und sie hat sich genau an dem Tag, der für die Eingliederung geplant war, selbst eingegliedert.

Ihren Hufen geht es immer noch gut, sie läuft weiterhin ohne Probleme.

Vorbereitung und Entscheidungsfindung

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Entscheidungen, sei es kleine oder eben auch grosse, möglicherweise weitreichende zu Stande kommen. Als Designer bin ich mit intuitiven Entscheidungsprozessen vertraut. Ich weiss, dass ich auf Grund meiner Ausbildung und 17-jährigen Erfahrung meinem Bauchgefühl trauen kann.

Als Pferdebesitzerin ist das leider noch nicht so, es gibt einfach zu viele Themen, mit denen ich mich – Gott sei Dank – noch nicht auseinandersetzen musste. Die Herangehensweise an die Entscheidungsfindung ist aber ähnlich: Recherche, Analyse, Skizzieren von Lösungsansätzen und Entscheidung.

Das Internet bietet zum Thema Hufrollen-Syndrom eine Fülle von Information, Bücher über Anatomie können die Theorie ganz gut abrunden. Dazu kommen natürlich Gespräche mit Tierarzt, Stallkollegen und Pferde-Freunden. Trotzdem war mir das nicht genug, vor allem, als ich nach und nach feststellte, wie komplex das Thema Huf ist, wollte ich praktische Erfahrung sammeln bevor ich eine endgültige Entscheidung treffe. Ein Hufseminar bei einem erfahrenen Hufpfleger schien also der logische nächste Schritt für mich zu sein. Die Auswahlkriterien waren auch schnell definiert:

  1. das Seminar sollte einen möglichst neutralen Standpunkt einnehmen, es ging mir ja um die Abwägung von Beschlag und Barhuf
  2. ein Theorie- und Praxisteil
  3. gute Erreichbarkeit (als zweifache Mama bin ich einfach abends gern daheim)
  4. Seminarpreis unter 500 EUR

Nach etwas Recherche fand ich das Barhuf Institut von Detlev Urban. Beim Lesen der Philosophie fand ich mich gleich wieder und buchte das nächst mögliche Seminar.

Am Seminartag fand ich mich mit 11 anderen Teilnehmern im Hinterland von Bamberg einem langhaarigen, barfuss laufenden Mann gegenüber der sofort ins Thema einstieg und uns ohne weitere Vorstellung durch die anatomischen Grundlagen, die Wichtigkeit der Art der Haltung und Fütterung führte. Alle Inhalte veranschaulichte er an mitgebrachten Modellen und stellte er uns zusätzlich in eine kleine Mappe mit ausführlichen Beschreibungen und vielen Bildern zur Verfügung.
Die Quintessenz dieses Tages war für mich die Erkenntnis, dass es viele verschiedene Faktoren gibt, die die Gesundheit der Hufe beeinflussen. Beruhigend war aber auch das ich das Gefühl bekam, wesentlich besser informiert zu sein und vor allem jetzt jemanden zu haben, der sich auf das Thema spezialisiert hat und es von verschiedensten Seiten her betrachtet.

Der zweite Tag sollte der Praxistag werden. Er fand auf dem Urbanhof statt, wo Detlev mit Frau, Kindern und 15 Pferden lebt. Alle Teilnehmer waren schon gespannt auf die „isolierten Pferdebeine“, wie er es nannte. Damit wir unsere ersten Versuche ohne Sorge um das Wohl der Tiere machen können, hatte Detlev Pferdebeine vom Schlachter besorgt (jeweils am Karpal-bzw. Sprunggelenk abgetrennt). Das war am Anfang zwar gruselig aber ich gewöhnte mich schnell daran und war froh endlich die Praxis zu bekommen, die ich so lange vermisst hatte.
Am Vormittag zeigte uns Detlev also Schritt für Schritt die Bearbeitung eines Hufes und auf was bei den einzelnen Schritten zu achten sei. Zusätzlich erklärte er die verschiedenen Werkzeuge und ihre Funktion. Am Nachmittag waren dann wir an der Reihe. Jeder bekam zwei Hufe und wir gingen auch hier Schritt für Schritt vor. Detlev nahm sich für jeden Zeit um den Huf zu analysieren und die geplanten Schritte zu besprechen. Nach meinem zweiten Huf hatte ich das Gefühl nun endlich die Grundlagen verstanden zu haben und in der Praxis anwenden zu können.
Hier ein kleines „vorher – nachher“ Bild meines zweiten Hufes: Der Strahl wurde leicht ausgeschnitten, das tote Horn der Sohle entfernt, der Tragerand an das Niveau und die Ausrichtung der Sohle angepasst, die Hufwand an der Zehe begradigt und eine Mustang-Roll angebracht.

Hufkurs

Da wir bei einem Huf eine Absenkung des Hufbeins vermuteten, verschwand Detlev zum Abschluss noch in seiner Scheune und sägte den Huf kurzer Hand in zwei Teile. Seine Vermutung bestätigte sich und wir bekamen nochmals einen direkten Einblick in die Anatomie und die Zusammenhänge des Hufes.

Bei der abschliessenden Fragerunde kam heraus, dass Detlev selbst nur noch „Spezialfälle wie Hufrollen-Pferde“ übernehme, da er komplett ausgebucht sei. Glück im Unglück dachte ich mir und in der darauffolgenden Woche vereinbarten wir den Termin zum Eisen abnehmen.

Das Seminar war für mich eine großartige Erfahrung und die finale Bestätigung, es mit dem Abnehmen der Eisen auf jeden Fall zu versuchen. Mit Detlev habe ich ausserdem einen erfahrenen und realistischen Fachmann gefunden, dem es vor allem um das Wohl des Pferdes geht.