Neuer Stall und viel ausprobiert

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Ich hoffe ihr hattet bisher einen schönen Sommer, wir sind mal wieder umgezogen. Der Stall in dem wir nach der OP standen war zwar super aber mal wieder so weit draussen, dass ich mehr Zeit auf der Strasse als beim Pferd verbracht habe und das war auf Dauer einfach nichts.
Lily hat sich super von der Sprunggelenks-Verletzung erholt, sie läuft gut und die Hufe sind auch in Ordnung. Allerdings müssen wir zum Ausreiten immer noch Hufschuhe tragen, sonst läuft sie doch sehr fühlig.
Tierarzt, Osteopathin und Hufpfleger (immer noch Detlev) sind sehr zufrieden und ich natürlich auch.
Während der Reha-Zeit haben wir wieder regelmässig Equikinetic gemacht und unterm Sattel dann viel Gymnastizierung, Seitengänge und Tempi-Wechsel. Ich selbst habe auch nicht gerostet: einmal in der Woche fahre ich jetzt nach Schlüsselfeld und nehme Unterricht bei Anna Gürlich. Das ist gut für mich und auch für Lily.
Ausserdem waren wir gemeinsam auf dem „Reiterhof am Waldrand“ bei Regina Fuchsberger, das war Urlaub für Mensch und Pferd und wir haben viele tolle neue Dinge ausprobiert: ohne Sattel, mit Halsring und Bosal, Verladetraining (war eigentlich nicht nötig aber jetzt geht Lily allein rein und ich kann entspannt hinten zu machen) und viele schöne Stunden auf dem Pferd oder einfach nur sitzen und Zuschauen.
Ich freue mich auf den Rest des Sommers!
Bis bald.

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Hufvergleich April/Juli

In meinem letzten Beitrag musste ich ja leider von einem weiteren Hufabzess berichten, dieser Verdacht hat sich inzwischen bestätigt. Der Abszess ist unbemerkt aufgegangen, Lily ist zwar noch ein bisschen empfindlich aber wir können wieder ganz normal arbeiten.
An viel Arbeit ist allerdings zur Zeit nicht zu denken, bei Temperaturen um 40 Grad in und um Nürnberg, lasse ich sie weitestgehend Pony sein und gönne uns ab und zu eine kühle Dusche.
Letzte Woche war Detlev da und hat die Hufe neu bearbeitet. Da das „Schnackeln“ immer noch nicht ganz weg ist, hat er Lily Einlagen verpasst. Diese sind aus einem zwei-Komponenten Kunststoff (wie Knete, die dann hart wie Gummi wird) und an ihren Huf angepasst. Die Einlagen werden auf die Sohle, bzw. hauptsächlich den Bereich der Ballen und des Strahls gesetzt und dann wird der Hufschuh darüber gezogen. Das machen wir jetzt immer, wenn wir arbeiten, also auch auf dem Platz, zur Equikinetic etc.

Lily Hufe Vergleich 04_07 Lily Hufe Vergleich 04_072Auf dem unteren Bild vom Hinterhuf sieht man gut wo der Hufabzess aufgegangen ist. Oben wiederum sieht man wieder einmal eine Veränderung im Winkel, ausserdem kann man erahnen, dass der Huf breiter geworden ist.

Der Strahl ist wieder da!

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Im letzten Beitrag habe ich berichtet, dass Lily’s Strahl nicht mehr getragen hat, Gott sei Dank hat sich das in den letzten Wochen gelegt. Ich habe nach einiger Recherche herausgefunden, dass das wohl ein allgemein bekanntes Phänomen ist, dass sich der Strahl im Frühjahr etwas zurückbildet. Warum konnte mir bisher allerdings noch niemand wirklich schlüssig erklären. Ich werde weiter forschen.
Eine weitere tolle Nachricht ist, dass Lily eine halbe Hufschuh-Grösse zugelegt hat, wir werden also auf Easyboot Glove Backcountry Grösse 1 umsteigen. Die Einlage für die neuen Hufschuhe wird allerdings so angepasst, dass nicht nur der Strahl unterstützt wird, sondern der gesamte Trachtenbereich. Das kommt daher, dass sie immer noch beim gehen „schnackelt“.
Ansonsten hat sie etwas Probleme mit dem Fellwechsel und bekommt jetzt zusätzlich Selen und eine Gladiator Plus Kur. Dafür habe ich das Kraft- und Rauhfutter etwas reduziert, da sie jetzt täglich wieder ein bisschen auf die Koppel darf und ein kleines Grasbäuchlein bekommen hat – von Bikini-Figur konnte man das nicht mehr sprechen.
Ich bin gespannt wie es mit den neuen Hufschuhen läuft.

Woche 1: Eisen ab

Lily hatte uns in Woche 0 etwas in Atem gehalten, da sie sich in der Boxen-Gasse eine grosse Schnittwunde an der Schulter zugezogen hatte, die in der Klinik genäht werden musste.

Nach Beratung mit Tierarzt und Hufpfleger stellten wir aber fest, dass es eher von Vorteil wäre, wenn sie erst einmal die ersten Tage auf dem Paddock oder in der Box verbringt. Als Detlev Urban dann zum vereinbarten Termin auf den Hof fuhr war ich schon ziemlich aufgeregt. Er liess uns erst einmal Schritt gehen und traben und erfragte nochmal ganz genau Lilys Vorgeschichte.

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Als wir sie dann zum Eisen abnehmen auf den betonierten Putzplatz führten, stellte er fest, dass sie total kippelig auf ihren vorderen Eisen stand. Sie wackelte richtig vor und zurück und konnte nicht wirklich stabil stehen, auch waren die hinteren Eisen schon wieder total abgeschmirgelt und dadurch rutschig.
Nach eingehender Foto-Dokumentation nahm er die Eisen dann ab, schabte ein bisschen das tote Sohlenhorn ab und brachte an allen Hufen die Mustang Roll an. Mehr brauche es erste einmal nicht. Danach mussten wir noch mal vortraben und ich war glücklich das erste Mal in der leicht abschüssigen Boxengasse keine Angst haben zu müssen, dass sie ausrutscht.
Mittels einer grossen Auswahl an mitgebrachten Hufschuhen, ermittelte Detlev im Anschluss noch Lilys Hufschuhgrösse und empfahl uns diese erst einmal wegzulassen. Er meinte, solange sie keine Probleme habe, bräuchte sie auch keine Hufschuhe.

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Die darauf folgenden Tage waren wir eher mit der Heilung der Wunde an ihrer Schulter beschäftigt als mit den Hufen. Sie machte einen glücklichen Eindruck und ging nicht einmal fühlig obwohl wir bald – trotz Schulterwunde – auch wieder kleinere Spaziergänge in die Umgebung unternahmen.

Willkommen

im April 2014 wurde bei meiner 7-jährigen Quarter Horse Stute Lily ein Hufrollensyndrom (lat. Prodotrochlose) diagnostiziert. Nach dem ersten Schock und Beratung durch den Tierarzt, habe ich mich dann im Internet und Bücherei auf die Suche nach Information gemacht und viel gefunden.
Die Darstellung der Problematik und Diagnostik wird in verschiedensten Formen abgehandelt, wenn es dann aber zur Therapie kommt, sieht es schon wesentlich dünner aus.
Nach viel Recherche habe ich mich nun dazu entschlossen mit Lily einen eher unkonventionellen Weg zu gehen: Eisen ab und auf die Heilung durch die natürlichen Hufmechanismen vertrauen.

Den vor uns liegenden Weg möchte ich mit Hilfe dieses Blogs dokumentieren. Es ist ein Experiment und ich weiß jetzt noch nicht ob es gelingt, bin aber der Überzeugung, dass es einen Versuch wert ist.

Ich freue mich auf die nächsten Wochen und Monate und bin im Moment stolz meinen ersten Blog-Beitrag geschrieben zu haben.

Herzlichst,
Anne