Hufvergleich April/Juli

In meinem letzten Beitrag musste ich ja leider von einem weiteren Hufabzess berichten, dieser Verdacht hat sich inzwischen bestätigt. Der Abszess ist unbemerkt aufgegangen, Lily ist zwar noch ein bisschen empfindlich aber wir können wieder ganz normal arbeiten.
An viel Arbeit ist allerdings zur Zeit nicht zu denken, bei Temperaturen um 40 Grad in und um Nürnberg, lasse ich sie weitestgehend Pony sein und gönne uns ab und zu eine kühle Dusche.
Letzte Woche war Detlev da und hat die Hufe neu bearbeitet. Da das „Schnackeln“ immer noch nicht ganz weg ist, hat er Lily Einlagen verpasst. Diese sind aus einem zwei-Komponenten Kunststoff (wie Knete, die dann hart wie Gummi wird) und an ihren Huf angepasst. Die Einlagen werden auf die Sohle, bzw. hauptsächlich den Bereich der Ballen und des Strahls gesetzt und dann wird der Hufschuh darüber gezogen. Das machen wir jetzt immer, wenn wir arbeiten, also auch auf dem Platz, zur Equikinetic etc.

Lily Hufe Vergleich 04_07 Lily Hufe Vergleich 04_072Auf dem unteren Bild vom Hinterhuf sieht man gut wo der Hufabzess aufgegangen ist. Oben wiederum sieht man wieder einmal eine Veränderung im Winkel, ausserdem kann man erahnen, dass der Huf breiter geworden ist.

„Die Sohle brennt“

Fast ein Jahr haben wir es geschafft ohne größere Zwischenfälle zu überstehen. Lily ist definitiv zufriedener seit sie im Offenstall und der Herde ist und das Abnehmen der Eisen hat bewirkt, dass sie ausbalancierter und dadurch sicherer geworden ist. Letzteres haben wir natürlich auch der konsequenten Arbeit und dem Training in der Equikinetic zu verdanken.
Aber es wäre ja ein Wunder, wenn alles immer nur glatt laufen würde. Sei ca. 2 Wochen zeigt sie ein verändertes Gangbild im Trab. Das erste Mal ist es mir aufgefallen, als wir eine Einheit Equikinetic (inzwischen Stufe 5) angegangen sind. Im Trab auf der linken Hand trat sie etwas kürzer als sonst, was sich in den letzten zwei Wochen immer mehr verschlechterte.
Nachdem weder Physio noch Tierarzt etwas fanden (vom Tierarzt kam bloss der Kommentar: „Naja, der brennen halt die Sohlen und zwar an allen Füssen, die braucht Schuhe!“), hatte ich den Verdacht, es ist vielleicht etwas mit den Muskeln.
Meine Freundin Dorit, die eine Geitner-Trainerin Stufe II ist, kam mit ihrem Neurostim vorbei – einem Gerät das bei Muskelverspannungen oder Verletzungen gute Ergebnisse erzielt – und hat Lily damit behandelt. Sie konnte damit zwar viele Verspannungen lösen, leider blieb aber der erhoffte Erfolg bzgl. der Taktunreinheit aus.

Also rief ich meine Huf-Hotline Detlev an, der sofort kommen konnte, da er gerade in der Nähe war. Diagnose: vermutlich ein weiteres Hufabzess, der an der Innenseite unter dem Strahl liegt. Therapie: abwarten und Myristica C30 einmal am Tag ca. 3 Globuli. Das Myristica hilft dem Geschwür zu reifen und dann sucht es sich hoffentlich seinen Weg nach draussen. Ausserdem haben wir ja eh in zwei Wochen einen Termin, dann kann er nochmal schauen.

Auf dem Foto unten sieht man schön, wie sie mit dem hinteren Bein zuerst aufkommt. Sie fusst dabei zuerst mit der äusseren Zehe auf, was man sogar hört, wenn man sie führt und auf den Rhythmus achtet. Das Geräusch ist ähnlich einem Schlurfen.

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Mauke, Nesselsucht und Hufgeschwür

Seit wir im Dezember umgezogen sind, ist einiges passiert: der Stress durch den Umzug hat Lily erst abmagern lassen, dann hat sie Mauke bekommen, anschließend einen Ausschlag und zu guter letzt ein Hufgeschwür. Aber jetzt mal der Reihe nach.

Umzug in eine neue Herde und ein Stallwechsels bedeuten Stress. Zusätzlich mussten wir ja auch das Futter umstellen, weil wir im neuen Stall unser Futter selbst kaufen müssen. Ich habe mich zwar lange vorher schon schlau gemacht aber es blieb natürlich nicht aus, dass es ein paar Übergangsschwierigkeiten gab. Den Anfang machen vier angelaufene Fesseln, die wir aber mit etwas Bewegung und einem erneuten Wechsel vom Kraftfutter schnell wieder unter Kontrolle bekamen.

IMG_3359 Nach Weihnachten, also drei Wochen nach unserem Umzug, rief mich dann Julia, meine Reitbeteiligung an und meinte: Lily hat Mauke. Oh weh! Nach einiger Recherche im Bekanntenkreis und im www bin ich dann auf folgenden Artikel von Natural Horsecare gestossen:
http://www.natural-horse-care.com/pferdekrankheiten/mauke-pferde-behandeln/
Der Satz, der mir am meisten zu denken gegeben hat ist folgender: „Das Immunsystem des Pferdes stellt sich erst langsam individuell auf die Standortsituation ein. Bei plötzlichen Veränderungen und neuen Keimen kann nur ein intaktes und gut funktionierendes Immunsystem Antikörper entwickeln. In vielen Fällen sind die Pferde nicht mehr in der Lage die notwendigen Keime schnell abzuwehren. Die Haut als größtes Organ wird daher sehr anfällig für äußere Angriffe.“
Klar, durch den Stallwechsel und den Stress war Lilys Immunsystem dermassen geschwächt, dass sie die Keime nicht mehr abwehren konnte. Am Matsch konnte es nicht liegen, sie stand ja schon immer im Winter auf einem Matsch-Paddock.
Ich habe also zwei Dinge getan:
1. angefangen mit Kristallkraft zu entgiften
2. die akuten Stellen mit kolloidalem Silber desinfiziert und mit Honig aus der Apotheke behandelt, allerdings nur einmal die Woche
Und siehe da, nach vier Wochen war die Mauke verheilt und die Härchen sprossen wieder.

IMG_3385Das Kristallkraft hatte allerdings einige interessante Effekte. Eines Tages kam ich in den Stall und stellte fest, dass sie von oben bis unten mit großflächigen Quaddeln bedeckt war. Eigentlich sollte so etwas nicht vorkommen, da Lily aber schon mehrfach unter Vollnarkose war kann es natürlich sein, dass sich da einiges angesammelt hat was jetzt rauskam.

Und dann kam das dicke Bein … Fesselgelenk bis rauf zum Sprunggelenk hinten links dick geschwollen und hochgradig lahm. Bei genauerem Hinsehen, merkte ich, dass das Gewebe besonders an der Aussenseite des Hufes oberhalb des Kronrandes geschwollen war. Also Tierarzt geholt.

Der stellte Gott sei Dank fest, dass die Sehne klar war, machte aber einen Umschlag und gab ihr Antibiotika. Seine Vermutung war eine Phlegmone durch die letzten Reste der Mauke. Am darauffolgenden Tag war das Bein merklich schlanker und Lily belastete es wenigstens wieder ein bisschen. Noch einen Tag später war sie nicht mehr lahm, der Hufballen aber immer noch geschwollen und sah irgendwie wund aus. Als der Tierarzt nochmal kam, zeigte ich ihm die Stelle, er meinte aber es hätte nichts zu bedeuten, wäre von der Mauke. Irgendwie wollte ich ihm das aber nicht glauben.

Am nächsten Tag kam dann Detlev, dem erzählte ich das Drama natürlich und er stellte nach kurzer Untersuchung fest: eindeutig ein Hufgeschwür, das nach oben gewandert und aufgegangen war. Bei so etwas läuft das Bein gerne mal auch oberhalb des Fesselgelenkes an, meinte er. Den Tierarzt hätte ich mir sparen können, das wäre auch so wieder weggegangen. Na super, dachte ich mir, wieder was gelernt: Entgiften ist gut, kann aber vorübergehend zu Irritationen führen.